Zope Topic Maps (ZTM) Tutorial in Oslo
March 18th, 2009
Heute habe ich im Rahmen der Topic Maps User Conference 2008 in Oslo die Möglichkeit, ein Tutorial zu ZTM zu besuchen. Entsprechend der offiziellen Webseite ist ZTM a content management system and set of open source libraries for building topic map driven portals. It is written in Python and builds on the Zope 3 ecosystem. Das Tutorial wird gehalten von Arnar Lundesgaard. Das Tutorial ist sehr gut besucht, Topic-Maps-basierte CMS scheinen von großem Interesse zu sein – was ja auch nicht verwunderlich ist.
Zuerst beschreibt Arnar den Fokus des Tutorials, welcher wunderbar durch das Abstract des Tutorials beschrieben ist.
Zope Topic Maps – or ZTM – is an Open Source project to build a user-friendly Topic Maps driven content management system. It is written in Python on top of the Zope application server. First developed in 2001 and now at version 3.0, ZTM has been used as the foundation for several high-profile Norwegian web portals and is probably the world’s most widely used tool for building Topic Maps-based portals. ZTM aims to make Topic Maps publishing accessible to the average user without requiring an understanding of the finer points of the Topic Maps paradigm.
Als Einstieg gibt es eine Demonstration der neuen Webseite der Universität Bergen. Diese Seite basiert komplett auf Topic Maps, natürlich implementiert in ZTM. (Die neue Webseite der Universität Leipzig basiert übrigens auf Typo3 und bleibt der überholten Dokumenten-zentrierung treu.)
Der erste Schritt des Tutorials ist, dass alle Teilnehmer eine funktionierende Instanz von ZTM auf Ihrem Laptop haben. Diese Aufgabe beginnen wir 9.45 Uhr. Leider gibt es auf der ZTM-Seite keine Dokumentation (außer etwas generierter Dokumentation für das ZTM-Package, so wird der etwas aufwändige Installationsprozess nicht so leicht nachzuvollziehen sein. Um 10.30 Uhr ist meine Kopie installiert, jedoch noch nicht konfiguriert. Kurz vor 11.30 Uhr kann ich Topic Maps in Zope anlegen, zehn Minuten später auch der Rest der Gruppe. Und danach ist erst einmal Mittag (um 11.40 Uhr!).
Eine Stunde später geht es weiter und ich sehe die erste Topic Map in ZTM (XTM2-Serialisation gibt es hier). Der generische Topic Maps Browser erinnert sehr an den Omnigator, wie der folgende Screenshot zeigt.

Danach kommt eine Einführung in Topic Maps und Ontologien, vergleichbar zu dem Tutorial, welches ich nächste Woche Montag (23.03.2009) auf der TMS 2009 – Text Mining services halten werde.
Im nächsten Schritt wird die Ontologie in ZTM definiert. Wie die untenstehende Abbildung zeigt, ist der Schemaeditor sehr intuitiv. Besonders gefällt mir, dass man z.B. für einen Occurrence-Typ eines bestimmten Topic-Typs den “Eingabe-Widget” definieren kann. Es kann somit festgelegt werden, ob die entsprechenden Occurrences als Datum, als Auswahlliste, als Textfeld oder etwas anderes eingegeben werden sollen.

Auch die Reihenfolge der Dateneingabe (für das unten abgebildete Formular zur Dateneingabe) wird in dem Schemaeditor festgelegt. Neben den Formularen können auch Wizards definiert werden, um die Nutzer durch den Prozess der Dateneingabe zu führen. Das erinnert mich an das Konzept der Autonomen Topic Maps.

Im nächsten Schritt können jedem Topic bzw. jedem Topic-Typ sogenannte Views zugeordnet werden. Diese Views definieren, wie die entsprechenden Topics in HTML gerendert werden sollen. Auf die Schnelle habe ich nicht gesehen wie man mehrere Views für ein Topic zu spezifizieren kann, um komplexe Seiten zu erstellen, die aus einer Menge von Views (verschiedener Topics) bestehen.
Das Interface, welches Redakteure zu sehen bekommen, heißt Webdesk. Es ist konfigurierbar und deutlich näher an den Nutzern. Auf dem Webdesk wird kein Wissen über Topic Maps benötigt, hier führen Wizards durch die Erstellung der Inhalte. Und es gibt die Möglichkeit, den Redaktionsprozess zu gestalten und verschiedene Aufgaben unterschiedlichen Redakteuren zuzuweisen. So weit geht das Tutorial nicht, aber das Webdesk sieht danach aus (im unteren rechten Bereich).

Das Tutorial hat einen interessanten Einblick in die Funktionsweise von ZTM gegeben. Es ist ein komplexes, flexibles Produkt und es ist Open-Source. Ein Blick darauf lohnt sich auf alle Fälle. Leider ist der Survey in Norwegisch, so kann ich kein Feedback geben. Aber meine offenen Fragen werde ich jetzt bei Tapas und Wein des Social Events diskutieren.
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